Zürich: Der Freischütz - 28. Juni 2023

Eine Oper mit Kultstatus in Zürich

Die Welt steht hier Kopf! Ännchen

Die Welt steht hier Kopf! Ännchen

Die schon einige Jahre auf dem Spielplan der Oper Zürich stehende Produktion des „Freischütz von Carl Maria von Weber in der Regie von Herbert Fritsch konnte auch bei dieser Wiederaufnahme das Publikum begeistern. Die bunten Bühnenbilder von Silvie Döring und die noch bunteren und teils verrückten Kostüme von Victoria Behr haben in der Tat eine anziehende und unkonventionelle Wirkung.

Der versiebenfachte Kaspar mit Max

Der versiebenfachte Kaspar mit Max

Sie lassen aber jegliche Annährung an den Mythos und das Dunkel-Gruselige im „Freischütz“ vermissen. Im Prinzip wird das Stück wie eine Posse inszeniert, wobei den Sängern auch allzu oft und lange Vokalverrenkungen zugemutet werden. Also nicht unbedingt etwas für Puristen!

Agathe mit Max und den anderen (andere Besetzungen)

Agathe mit Max und den anderen (andere Besetzungen)

Das Sängerensemble agierte durchwegs auf dem üblichen hohen Zürcher Niveau. Leon Kosavic gab den Ottokar, Michael Hauenstein den Kuno und Christof Fischesser den Kaspar. Benjamin Bruns war ein wohlklingender hilfloser Max. Brent Michael Smith agierte als Respekt gebietender Eremit. Andrew Moore als Kilian und Florian Anderer als Samiel schlossen die gute Herren-Riege ab. Bei den Damen konnte natürlich trotz der Vokalverrenkungen Jacquelyn Wagner voll überzeugen. Aber auch Lydia Teuscher war eine Kanone als Ännchen.

Der ständig präsente Samiel als Teufel

Der ständig präsente Samiel als Teufel

Axel Kober realisierte mit der Philharmonia Zürich eine exzellente musikalische Interpretation mit einem wie immer gut aufgelegten Chor der Oper Zürich, der von Janko Kostelic einstudiert und auch sehr phantasievoll choreografiert wurde. Ein kurzweiliger Abend, für den „Freischütz“ vielleicht etwas zu kurzweilig…

Fotos: Hans Jörg Michel

Klaus Billand

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